Hannes Wettstein


DESIGN BY HANNES WETTSTEIN

Mit formal reduzierten, funktional durchdachten Entwürfen hat sich der Schweizer Designer Hannes Wettstein (1958-2008) einen grossen internationalen Namen gemacht. Seine permanente Recherche nach der typologischen Essenz eines Alltagsgegenstandes lässt sich exemplarisch an einem Projekt ablesen, das der bekannte Designer über fast drei Jahrzehnte verfolgte: „Spider“, so der Name des Möbelstücks, taucht im Werk von Wettstein bereits Mitte der Achtzigerjahre erstmals auf. Die Franziska Kessler Gallery hat nun posthum die letzte Version von „Spider“ aufgelegt – eine Edition sozusagen, die Hannes Wettstein 2007 für die Franziska Kessler Gallery neu interpretierte, aber nicht mehr zur Realisationsreife bringen konnte. Zusammen mit dem Studio Hannes Wettstein, das die Umsetzung eng begleitete, hat Franziska Kessler 2011 das Projekt wieder aufgenommen - entstanden ist die Ultimate Edition (genannt Spider 890!).

Hocker sind archaische Möbelstücke, die bereits weit vor der Entstehung der zivilisierten Wohnkultur als Sitzgelegenheiten gebaut und benutzt wurden. Und Hocker können gleichfalls zu Beistelltischen umfunktionierte werden. Genau diese archaische Selbstverständlichkeit, die Auseinandersetzung mit dem Grundsätzlichen des Sitzens und die Multifunktionalität reizten Hannes Wettstein und verleiteten ihn dazu, in den Achtzigerjahren das Projekt Spider in Angriff zu nehmen. Ausgehend von einer sechseckigen Sitzfläche zeichnete der Designer ein orthogonales Objekt, das, wie auf Spinnenbeinen balancierend, auf gerade mal drei Punkten steht – gleichermassen Sitzmöbel, Coffee Table und Ablage. Die gestalterische Konstruktion leitete sich dabei ursächlich aus dem angedachten Produktionsprinzip ab, den Spider aus flächigem Material herzustellen, das an den drei Eckpunkten der Sitzfläche zusammengeführt wurde. Über die Jahre hat sich aus diesem Prinzip und dem Wunsch neue Materialien auszuprobieren eine formale Entwicklung des Projektes notwendigerweise ergeben. Weil die Verbindungstechnik heute weiter fortgeschritten ist als beim Ur-Spider, zeigt sich die Ultimate Edition, die jetzt in sieben verschiedenen Materialvarianten aufgelegt wird – Räuchereiche, Klavierlack schwarz oder weiss, Gold, Kobaltblau, Leuchtgelb und Chrom – formal wieder schlanker und eleganter.

Die Edition SPIDER890! wird von der Franziska Kessler Gallery in einer Auflage von jeweils 4 Exemplaren + 2 AP hergestellt.